Eine Familienaufstellung ist eine ungewohnte Form zu arbeiten. Viele kommen das erste Mal und wissen nicht, was sie erwartet. Diese Seite beschreibt den Ablauf so konkret wie möglich: was an einem Wochenende geschieht, was Sie selbst tun, was ich tue, und was es heißt, eine eigene Aufstellung zu haben — oder als Stellvertreter mitzugehen. Wenn nach dem Lesen Fragen bleiben, beantworte ich sie gern vor der Anmeldung.

Neben den eintägigen Samstags-Seminaren (siehe Termine) biete ich Wochenend-Intensivseminare an — mit mehr Zeit für jede einzelne Aufstellung und die Bewegungen, die sich über Nacht zeigen. Diese Seite beschreibt den Ablauf eines solchen Wochenendes.

Vor dem Seminar

Wenn Sie sich angemeldet haben, bekommen Sie etwa eine Woche vor dem Termin eine kurze Bestätigung mit Anreise, Zeiten und einer Bitte: Überlegen Sie sich vorher Ihr Anliegen. Nicht ausformulieren, nicht aufschreiben — nur innerlich wenden lassen.

Hilfreich sind drei Fragen:

  • Was bewegt mich gerade in meiner Familie?
  • Welche Personen gehören zu diesem Thema — auch verstorbene, auch verschwundene, auch ungeborene?
  • Was wäre die Frage, deren Antwort ich nicht selbst habe?

Wer ein Thema mitbringt, hat eine eigene Aufstellung. Wer sich noch unsicher ist, kann auch nur als Stellvertreter teilnehmen — das ist eine vollwertige Form, mitzugehen, und für viele der eigentliche Einstieg in die Arbeit.

Anreise und Ankommen

Die Seminare finden in Eching statt, in einem Raum, der für diese Arbeit eingerichtet ist — ruhig, ohne Tische, mit Stühlen im Kreis. Wir beginnen am Samstagvormittag und enden am Sonntagnachmittag; die genauen Zeiten stehen im Termin-Eintrag. Anreise am Freitagabend ist möglich, wenn die Anfahrt länger ist. Übernachtungsmöglichkeiten in Eching liste ich auf Anfrage. Was Sie mitbringen sollten: bequeme Kleidung, etwas zum Trinken, einen Notizblock — und Pünktlichkeit. Eine Aufstellungsgruppe, die schon arbeitet, kann nicht unterbrochen werden.

Der Auftakt im Kreis

Wir beginnen mit einer kurzen Runde. Jede:r sagt: Name, Anliegen (oder nur „ich bin als Stellvertreter da"), und was er oder sie heute wahrnimmt. Nicht mehr. Diese Runde hat einen Sinn: Sie zeigt, was im Raum ist — und sie macht aus einer Gruppe Einzelner eine Arbeitsgruppe.

Danach erkläre ich kurz die Spielregeln. Es gibt zwei, die wichtig sind:

  • Schweigepflicht: Was hier geschieht, bleibt hier. Keine Namen, keine Cases nach außen.
  • Es gibt nichts zu interpretieren. Auch nicht für die Stellvertreter. Wer eine Empfindung hat, sagt sie — und überlässt mir das Einordnen.

Dann beginnt die erste Aufstellung. Wer beginnt, entscheidet sich oft im Moment.

Eine einzelne Aufstellung Schritt für Schritt

Wenn Sie an der Reihe sind, sprechen wir kurz: zwei, drei Sätze zum Anliegen, dann die Frage, welche Personen für Ihre Aufstellung gebraucht werden. Meist sind es zwischen drei und sieben — Sie selbst, Eltern, manchmal Geschwister, manchmal ein Partner, manchmal ein früh verstorbener Verwandter.

Sie wählen aus der Gruppe für jede Person einen Stellvertreter und stellen ihn an den Ort im Raum, der sich richtig anfühlt. Sie sagen nicht, was die Person ist — Sie sagen nur „das ist mein Vater". Mehr braucht es nicht. Die Stellvertreter wissen nichts über die reale Person, und das ist beabsichtigt.

Sobald alle stehen, setzen Sie sich an den Rand. Ab hier sind Sie für eine Weile Zuschauer:in Ihres eigenen Systems. Ich frage die Stellvertreter nacheinander: Was nehmen Sie wahr? Wohin zieht es Sie? Was ist erträglich, was nicht? Aus den Antworten entsteht ein Bild — und meist eine erste Bewegung. Wir folgen ihr, behutsam.

Eine Aufstellung dauert zwischen 30 und 90 Minuten. Manchmal endet sie an einem klaren Punkt; manchmal an einem offenen, der weiterwirken darf.

Wenn Sie als Stellvertreter mitgehen

Die meisten kommen das erste Mal als Stellvertreter — und sind hinterher überrascht, wie deutlich man Empfindungen wahrnehmen kann, die nicht die eigenen sind. Sie müssen nichts können. Sie stellen sich an den Platz, atmen, warten. Was kommt, kommt. Wenn nichts kommt, sagen Sie das auch — auch das ist eine Information.

Nach einer Aufstellung, in der Sie Stellvertreter waren, lösen Sie sich kurz: Sie sagen innerlich Ihren eigenen Namen, gehen ein paar Schritte, schütteln die Hände aus. Das reicht meistens. Ich weise vor jeder Aufstellung darauf hin.

Nach der Aufstellung

Wenn eine Aufstellung endet, gibt es bewusst keine Analyse. Wir besprechen das Bild nicht, wir deuten es nicht. Wer eine eigene Aufstellung hatte, geht zurück in den Kreis und schweigt für ein paar Minuten. Das Bild darf wirken.

In den Tagen nach dem Seminar ist es normal, dass etwas weiterarbeitet. Manche erzählen von Träumen, andere von Anrufen oder Gesprächen, die plötzlich möglich werden. Das ist die eigentliche Phase der Veränderung — sie passiert nicht im Seminarraum, sondern danach. Ich empfehle: in den ersten zwei Wochen nichts Großes entscheiden. Nur wahrnehmen, was sich verschiebt.

Was Sie mitbringen sollten

Praktisch:

  • bequeme Kleidung, in der Sie auch barfuß stehen können,
  • ein Getränk, eine Kleinigkeit zu essen für die Pausen,
  • ein Notizbuch (für die Tage nach dem Seminar, nicht für währenddessen).

Innerlich:

  • die Bereitschaft, etwas wahrzunehmen, was Sie vielleicht nicht erwartet haben,
  • die Bereitschaft, auch nichts wahrzunehmen — beides kommt vor,
  • ein Anliegen, das Sie wirklich angeht. Themen, die nur „interessant" sind, tragen die Arbeit nicht.

Was als Nächstes

Wenn Sie überlegen, ob ein Wochenende für Sie passt: Sehen Sie sich die nächsten Termine an. Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Anliegen geeignet ist, schreiben Sie mir kurz — eine Mail mit zwei, drei Sätzen reicht. Ich antworte persönlich.

Bereit, das Unsichtbare sichtbar zu machen?

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